Mittwoch, 27. Juli 2016

Karierte Gefühle

Seit Monaten machen wir uns Gedanken, wie wir unsere Kunst verkaufen können.
Über Umwege erfahren wir von der Internet-Galerie „ARTFINDER“. Tausende Künstler aus aller Welt verkaufen hier erfolgreich ihre Kunst. Die Galerie behält sich 30% vom Gewinn des Kunstwerkes dafür ein, dass sie diese Plattform zur Verfügung stellt. Jeder Künstler hat einen eigenen Shop, den er selber verwaltet, auf dem er sich und seine Kunst darstellt. Das hört sich doch gut an und es gibt natürlich das entsprechende Publikum: 
K Ä U F E R ! Top!
Also lesen wir sehr gründlich das Kleingedruckte, verstehen nur die Hälfte, weil alles auf englisch ist. OK - wir sind Künstler, wir sind KEINE Geschäftsleute!!! Dieser Tatsache müssen wir mal wieder ins Auge blicken! Also bitten wir Christines Söhne und deren Freundinnen um Hilfe in den rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen und auch in Fragen des Handlings haben sie super Anregungen. Das alles zieht und zieht sich....
Wir brauchen einen guten Text über uns selbst - kein Problem!.....jetzt aber bitte auf englisch..... oh no! Auch hier brauchen wir wieder Hilfe! Shit! Nix können wir alleine. 
Also - Söhne, Freundinnen und Englischlehrerin gefragt.... alle helfen uns, bis der Text steht und wir uns in ihm wiederfinden.
Dann fehlen noch die Fotos von den Bildern. Es sollen die besten Bilder sein mit denen wir uns vorstellen wollen, damit wir überhaupt von „ARTFINDER“ genommen werden.
ES IST EINE BEWERBUNG! Das wird jetzt noch klarer! Die Fotos müssen hochauflösend sein, soundsoviel DPI, frontal fotografiert, farblich korrekt und! unsere Kunst muss gut genug für diese Galerie sein! Schon wieder brauchen wir professionelle Hilfe. Sukis Mann macht und bearbeitet die Fotos. Perfekte Fotos und perfekter Text - jetzt kann es losgehen.
Am Mittwoch, den 13. Juli 2016 stellen wir unsere Bewerbung bei „ARTFINDER“ ein! Mit Herzklopfen - wir wissen nicht warum, aber es war Stress pur! Als hätten wir persönlich vor einem Comitée gesessen, sie hätten höflich genickt, Pokerfaces, und wir hätten unsere Bilder, unser Innerstes dagelassen, um uns dem Urteil fremder, kunstverständiger Menschen zu unterwerfen.....
ABER - wir hatten es getan, wir waren so MUTIG, uns bei einer Galerie zu bewerben, uns dem Geschmack vieler Menschen auszuliefern, uns der Möglichkeit hingegeben, gemocht oder eben nicht gemocht zu werden.
Ganz unten auf der Seite von „ARTFINDER“ stand, nachdem unsere Bewerbung abgeschlossen war: Ihre Bewerbung ist in Bearbeitung, wir melden uns sehr bald bei Ihnen.
Och - das ist ja schön, dann guck ich direkt mal in die emails.......Nix! auch 5 Minuten später nix! auch 1 Stunde später nix.............hä? da steht doch, dass sie sich bald melden! Abends immer noch nichts. Jeden Tag haben wir die Antwort erwartet, jeden Tag uns motiviert, nicht zu resignieren,uns nicht wertlos zu fühlen, weiter an uns und unsere Kunst zu glauben. So viel Unsicherheit! Dann das Wochenende, dann der Montag - kann doch nicht wahr sein! Keine Antwort von „ARTFINDER“. Selbstbewusstsein? Hallooo? Wo bist du? Familie und Freunde machen uns Mut: „...ist doch ein gutes Zeichen, wenn es länger dauert.“ Ach ja? Der Dienstag geht ins Land und dann ist eine ganze Woche vergangen! Und siehe da - am Mittwoch springt eine Email um die Ecke und im Betreff kann man es schon erahnen..... WIR SIND DRIN! Sie haben uns genommen! Wir sind so happy und so stolz! Wir tanzen! Wir erzählen es allen! Nur noch glücklich!
Wir ersparen euch hier die Geschichte über die umständliche endgültige Niederlassung in unserem schönen Shop - jetzt ist er fertig, jetzt ist er online! Schaut selbst:


Mittwoch, 29. Juni 2016

Verloren im Moment

Gestern hatten wir es mal wieder, das spannende Moment, in dem aus dem Austausch (Dialog) eine Verbindung (Liaison) wird: Sukis Idee war es, eben mal schnell einen Verlorenen Holzschnitt* zu machen. Also haben wir „eben mal schnell“ je eine Platte bearbeitet, Suki mit Streifen, ich mit Kreisen. Die erste Herausforderung für uns war dann schon, diesen ersten Schnitt geplant je 20mal in einer geplanten Farbe zu drucken! Das haben wir geschafft. Dann haben wir unsere Platten weiter geschnitten und auf den ersten Druck den zweiten Druck gelegt, wieder je 20mal wieder in einer Farbe….tja, das war des guten Plans zu viel. Suki hat ein helles Ocker gewählt, ich rot-orange Töne…..und dann wurde es uns auch zu anstrengend, bei dem einen Druckbild, bei der einen Farbwahl zu bleiben….und….wir haben meine Kreise auf Sukis Streifen gedruckt!  
So eine Lust! So eine Freude! So schön!  So im MOMENT!
Schaut mal



*  Beim Verlorenen Schnitt wird mit mehreren Farben und nur mit einer Platte gedruckt. Nach dem Druck einer Farbe wird die Platte weiter bearbeitet und mit der nächsten Farbe gedruckt, so dass immer mehr von der Druckplatte abgetragen wird. An den Stellen, an denen die Druckoberfläche entfernt wurde, bleibt die jeweils vorhergehende Farbe sichtbar. So bleibt am Ende nur die letzte Bearbeitungsphase/Druckform der Platte übrig. Und es ist ein vielschichtiges Druckwerk entstanden.

Montag, 20. Juni 2016

Es geht nichts über die Optik, oder?

So - jetzt haben wir auch einen Blog!

Wir sind sehr zufrieden mit der Optik unseres Blogs auf dem Computer, obschon die Möglichkeiten für Suki als Grafikerin recht eingeschränkt sind. Nix mit schnellen Änderungen an Schrifttypen, -größen oder Spationierungen…. sogar Farben festlegen ist eine Wissenschaft für sich!

Dies alles schreiben wir nur, um euch eine ziemliche Enttäuschung vorweg zu nehmen!!! Auf dem Handy sieht der Blog nämlich ganz anders aus: langweilig, trostlos und unflexibel. Wir schwören: wir können nichts dafür. Für die Smartphones gibt es noch keine Anpassung.
Rechner = hui - Smartphone = pfui :-)

Das war´s. Ihr wisst Bescheid. 

Samstag, 18. Juni 2016

Kleine Küchenkunst

Monotypie + Linoldruck, Papier: 170g, Größe DIN A 5 • 14,8 cm x 21,0 cm


2 braune Tassen auf Rot

 2 braune Tassen auf roter Tischdecke


Rote Kanne + braune Tasse


2 Hocker vor Blau

Hocker vor Grün

Glas vor Grün

• verkauft  2 Gläser vor Grün 
  

3 Gläser vor Grün-Weiß

3 Gläser vor Grün

Hocker vor Rot


Diese kleinen Bilder könnt ihr für je 25,- Euro inklusive Versand erstehen.
Bei Interesse bitte eine Email an: du@zweiimdruck.de




vom DIALOG zur LIAISON

Zwei im Druck, das sind Suki Meyer-Landrut und Christine Pohlmann.
Christine Pohlmann hat Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte in Göttingen und Giessen studiert und mit Magister Artium abgeschlossen und sich ab 1991 entschieden, nicht nur Kunst in der Theorie zu betrachten, sondern sie auch tatsächlich umzusetzen. 
Suki Meyer-Landrut hat in Düsseldorf Grafik-Design studiert und mit Diplom abgeschlossen. Nach jahrelanger Arbeit in der Werbebranche in Düsseldorf und Hamburg, hat sie sich 1996 entschieden, der Werbung den Rücken zu kehren und ihre Kreativität  ausschließlich für sich selbst zu nutzen. 

Im Herbst 2010 lernten sich diese beiden Frauen kennen. Eine künstlerische Freundschaft entstand, gemeinsame Ausstellungen ihrer Malerei folgten. Und der Wunsch, eine neue Form des künstlerischen Ausdrucks zu erproben, führte sie im Frühjahr 2014 zur Druckkunst: „Wir haben uns zusammen eine Druckerpresse angeschafft, haben zusammen ein kleines Atelier bezogen und auch zusammen gearbeitet. Zunächst jede für sich, an ihren eigenen Platten und Drucken. Da haben wir entdeckt, dass immer die andere die schöneren Sachen macht - die raffinierteren Schnitte schnitzt, die frischeren Farben findet, die besseren Bildideen hat! Diese Entdeckung führte uns bald weit über den künstlerischen Austausch hinaus. Aus Austausch wurde Verbindung! So haben wir zu einer ungewöhnlich außergewöhnlichen, einzigartigen Kunstform gefunden.
Sich im Gegenüber, im Gegensätzlichen zu befinden, ist ein wesentliches Merkmal unserer gemeinsamen künstlerischen Arbeit. Wir benutzen die geschnitzten Linol- und Holzplatten der anderen, wir drucken auf die von der anderen vorbereiteten Blätter, wir komponieren gemeinsam einen Druck. Wir experimentieren, lassen uns überraschen von der Kreativität, den Ideen und der schöpferischen Kraft der anderen. 


Es gehört Mut dazu zuzulassen, dass „ich“ nicht alleinige Gestalterin des Werkes bin, auszuhalten, dass etwas anderes als das Eigene in „mein“ Bild kommt. Aber nur dann kann „unser“ Bild entstehen. Immer entstehen dabei Unikate, weil diese Art des gemeinsamen Druckens ein einmaliger, nicht wiederholbarer Prozess ist. Oft entstehen dabei auch Druck-Paare, Drucke, die in Beziehung zueinander stehen. Sie spiegeln den künstlerischen Dialog, den wir eingegangen sind. Kunst im Gegenüber.“